10 Jahre Institute for the performing arts and film

10 Jahre Institute for the performing arts and film
Preface
10 Jahre wird an ZHdK institutionalisiert Forschung betrieben und geforscht. Seit 10 Jahren gibt es das Departement Darstellende Künste und Film. Seine Gründung ist die Gründung des Forschungsinstituts. Die Jubiläumsfeier des Instituts for the performing arts and film ist also zugleich die Jubiläumsfeier des Departements, das in einer gewagten Konstruktion die Ausbildungen Klassisches Ballett, Contemporary Dance, Theater und Film beheimatet.

Hervorgegangen aus der Zielsetzung, Kunstpraxis lernbar zu machen, hat in diesen Jahren ein gewaltiger Shift des Lehr – und Lernverständnisses stattgefunden. 10 Jahre lang schon wird Forschungskompetenz aufgebaut, in erster Instanz qua Förder – und Finanzierungspolitik entsprechender Projektentwicklung und – praxis. Dieserart Projekte produzieren Anschlussmöglichkeiten an das Diskursfeld «künstlerische Forschung». Die Hochschule wandelt sich nun auch dadurch mehr und mehr hin zu einer nicht mehr nur die Lehre fokussierenden Institution. Die Dozierenden, zumeist als Koryphäen in ihren ausserhochschulischen Berufspraxisfeldern (sprich: im Kunstfeld) tätig , beginnen ein Lehrverständnis zu entwickeln, das die Lehre selbst als entwicklungsbedürftig zu verstehen vermag, den Begriff «Lehre» selbst zu befragen beginnt. Durch das unermüdliche Beharrungsvermögen der Institutsmitarbeiter*innen angestossen, ist die Beschäftigung mit dem Thema «künstlerische Forschung», nämlich damit, was das sein könnte zur Normalität geworden. Einigen Dozierenden gelingt es, dies Interesse anzukoppeln an die eigene Lehrtätigkeit (besonders erfreulich!).
Und dass Lernen erweitert werden kann durch die Koppelung mit forschungsrelevanten Fragestellungen an das eigene Metier (im Stil von: «wie lässt sich das Spannungsverhältnis traditioneller Berufspraxis (Leiblichkeit von Tanz und Theater) und disruptiven Veränderungen des Wahrnehmungsvermögens (Digitalisierung/ Partizipation) methodisch in die Ausbildungszusammenhänge einbinden?») ist auch bei Studierenden angekommen.
Kunstmachen ist eine (Vor-) Form von Forschen, enthält zumindest eine forschende Grundhaltung, es wird zu Forschung sobald die grundlegenden Fragestellungen für das künstlerische Experimentieren mit ausformulierbaren Zielsetzungen und mit formulierbarem Outcome einhergehen. Die Art des Formulierens ist die künstlerische Arbeit. Dass dies gelingt und zu einem Mehr-Wert gegenüber dem impulsiven, bewusstlosen Entäussern, als welches Kunstpraxis immer auch verstanden sein will, ist eine Leistung des institutionalisierten Forschungszentrums, zu dem sich das ipf am DDK entwickelt hat.
Die Zukunft könnte attraktiv sein. Die Potentiale sind immens. Notwendig ist eine Abkehr vom traditionellen Verständnis von Lehre und Wissenstransfer. Notwendig sind Verbindungen zwischen Lernenden und Forschenden bis zur Auflösung des Unterschieds zwischen beiden Aktivitäten. Die Rollenzuordnungen sind verflüssigt, das Terrain aber für Erweiterungsmöglichkeiten der Kunstpraxis durch eine forschungsgrundierte Entwicklungsbereitschaft im Ausbildungskontext ist geebnet. Dank all den Menschen, die dazu beigetragen haben.